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Meine Weingedichte erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie werden oft bei Weinproben verwendet. Mein Rebenblüten-Gedicht wurde auf eine Postkarte aufgenommen.

 

 

Ein Rebenjahr in Versen

Es steht die Rebe
schon seit alten Zeiten
und trägt die Frucht,
aus der wir Wein bereiten.

Sie wird auch nach uns
von der Sonne zehren
und immer wieder
neuen Wein gebären.

 

Ihr kennt den Blütenduft von Flieder und Jasmin
wer aber weiß wie Reben duften, wenn sie blühn?
So zieht hinaus im lichten Sonnenschein
zum Rebenhain.

Fürwahr es liegt ein Zauber in der Luft,
denn so wie dieser ist kein andrer Duft.
Es ziemt sich auch kein unbedachtes Wort
An diesem Ort.

Des Weines Zartheit, seine edle Güte
Entströmt auch schon dem Duft der Rebenblüte.
Sie ist Erbauung. Wein ist harter Lohn.
Wer weiß das schon?

Ihr kennt den Blütenduft von Flieder und Jasmin,
wer aber weiß wie Reben duften, wenn sie blühn?
So zieht hinaus im lichten Sonnenschein,
es blüht der Wein!


 

Es prägt den Wohlgeschmack der Traube
Nicht nur ein schöner Herbst allein;
Das ganze Jahr ruht eingefangen
In einem guten Glase Wein.

Da ist die strenge Zucht des Winters,
die eisig in der Erde steckt,
da ist die linde Luft des Frühlings,
die schmeichelnd unsre Fluren weckt.

Da sind die holden Maientage,
da ist der Rebenblüte Duft;
da hängen heiße Sommertage
gewaltsam flimmernd in der Luft.

Da wirken viele gute Kräfte
Und Regen, Tau und Sonnenschein;
Das ganze Jahr ruht eingefangen
In einem guten Glase Wein.

 

 

 

Was macht den Reiz des Herbstes aus?
Das Wissen um die Süße des neuen Weins?
Die verhaltene Heiterkeit des blaßblauen Himmels?
Der braune Gruß der Kastanie?
Die sinnenfrohe Farbenwelt der Bäume und Hecken?
Der flüstende Blätterfall
oder der bittere Duft des Verwelkens?
Es ist die Vielfalt dieser Eindrücke
und die leise Wehmut,
daß ein Jahr langsam seinen Abschied nimmt.

 

Ist das ein Jahr,
das solche Früchte beschert
und diesen Wein.
Wo jeder Tau
und jeder Sonnenschein
die Beere nährt.
Wo sich die Wolke in der Glut verzehrt
und wo der Himmel
klar und furchenlos sich wölbt.
Ist das ein Jahr.

 

 

 

Es ist ein eigentümliches Gefühl,
die letzten Früchte des Herbstes heimzuholen
ohne zu wissen,
ob wir sie in dieser Vollendung
noch einmal ernten dürfen.
Gewiß, es wird Jahre geben,
die unsere Trauben durchglühen;
doch werden sie auch noch unsere Jahre sein?

 

 

 

Kellerprobe

So kommt schon, wenn es draußen schneit, und wä,rmet euch beim Weine;
und macht es doch ein froh Gemüt,
wenn man ihn mit dem Schläuchlein zieht
vom Faß - beim Kerzenscheine.

Ihr merkt es schon, er braucht die Zeit
die Edles läßt gedeihen.
Daß er zur Probe schon gewählt,
obwohl im noch die Reife fehlt,
das mag er uns verzeihen.

 

 

 

Heute gibt es Zwiebelkuchen,
warm und lecker muß er sein;
und dazu im Viertelglase
einen federweißen Wein.

Ja! Das ist was zum Genießen,
herzhaft sei dazu der Schluck,
bis du dann auf weichen Füßen
plötzlich merkst, es ist genug.

Und schon balgen - welch ein Übel
irgendwo in deinem Leib
hier der Wein und dort die Zwiebel
sich aus purem Zeitvertreib.

Dann, ein Ton entfährt dir diebisch,
dein Benehmen wird extrem,
der Geruch, der rein spezifisch
ist längst nicht mehr angenehm.

Und du merkst zu später Stunde,
daß du unmanierlich bist;
und du suchst die Stammtischrunde,
die schon längst geflüchtet ist.

 

 

 

Zu Beginn einer Weinprobe eignet sich das Gedicht :



Das Auge soll die Klarheit prüfen
Wie auch die Farbe und den Glanz,
der Zunge bleibt es vorbehalten
zu rühmen seine Eleganz.

Die Nase sei nicht zu vergessen,
weil sie die Blume offenbart;
wenn alle Sinne selig werden,
dann hat der Wein die rechte Art.

Dann ist in wonnigem Genießen
Der eine Mensch dem andern gleich.
Was Marx und Engels nicht vollbrachten
Der Wein – vereinigt arm und reich.